Neujahrsvorsätze für Digital Natives

Ein Stempel, der dir von älteren Semestern und Soziologen gerne aufgedrückt wird, ist der des sogenannten Digital Natives.

 

Was heißt das überhaupt?

Du bist in einer Zeit geboren, in der Windows97 der neue heiße Scheiß war und die Go-To-Suchmaschine noch Altavista hieß.
Das Internet und den Umgang damit hast du quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Vermutlich begleitet dich das Smartphone schon dein ganzes Leben lang und du kennst Klapphandys, oder schlimmer: Handys ohne Farbdisplay mit dem Format 4cmx3cm mit denen man tatsächlich nur Telefonieren oder SMSen konnte nur aus Erzählungen deiner Eltern – vielleicht sogar Großeltern.

 

Welche Neujahrsvorsätze kann ein exemplarischer Digital Native wie du also haben?

Die üblichen Vorsätze umfassen vermutlich solche Dinge wie Abnehmen, neues Wissen gewinnen, Geld sparen, Aufhören mit dem Rauchen, mehr Fitness, Gutes tun, produktiver sein – aber gleichzeitig auch: mehr Zeit für Freunde und Familie haben.

Wie soll das alles gehen? Vor allem, weil gewisse Vorsätze fast direkt mit dem Internet und der Vernetzung zu tun haben. Wissen gewinnen durch Online-Tutorials, Geld-Sparen mit deiner Bank-App, Abnehmen mit dem Kalorien- und Schrittzähler auf dem Smartphone.

 

Eine Idee, die dir Zeit bringt, wäre ein Digital Detox.

Eine bewusste Verlangsamung und Ent-Digitalisierung deines Alltags. Eine Hate-Entgiftung. Quasi der Green Smoothie unter den Neujahrsvorsätzen, der deine Energien wieder weckt.

Leben ging früher ja auch ohne Internet. Beim Digital Detox bekommst du Einblick in einen etwas analogeren Alltag und siehst, wie die Generationen vor dir ihr Leben gemeistert haben.

Es erwartet keiner von dir, dass du ein Waldschrat oder Einsiedler wirst, aber gezielt ein bisschen Abstand zum Onlinetrubel – und manchmal -trouble – zu bekommen, tut bestimmt ganz gut.

Der Faktor Zeit ist also das wesentliche Thema eines Digital Detox. Du fastest, was die Zeit vor dem PC, mit dem Smartphone oder Tablet angeht. Dadurch kannst du den Vorsatz „mehr Zeit für andere Dinge“ Stück für Stück erreichen.

Einschlafen mit dem Smartphone oder Tablet im Bett. Als erstes morgens deine Mails und Nachrichten checken. Nachsehen, wie sich dein Instagram-Account so macht.
Digital Detox bedeutet: Weg damit. Nicht die erste und letzte Minute deines Tages mit einem Device verbringen.

Du setzt dir in deinem Alltag mehr analoge Akzente. Dir begegnet im Alltag ein Motiv, dass du unbedingt festhalten möchtest? Ein Foto machen mit dem Handy ist da nur praktisch und logisch. Allerdings: Behalte das Foto nur für dich. Kein Sharen auf Insta, kein Hoffen auf viele Likes. Ein Moment nur für dich und dein Motiv – der auch deiner bleiben wird.

Du führst To-Do-Listen oder schreibst Tagebuch?
Falls du dafür bestimmte Apps verwendest, verabschiede dich davon. Halte deine Notizen auf Papier fest. Der Bezug zum geschriebenen Wort ist gleich ein ganz anderer, wenn das Wort mit einem Stift aufs Trägermedium gekommen ist – versprochen.

Handgeschriebene Inhalte merkst du dir außerdem auch leichter.

 

Die zusätzlichen Minuten auf deinem Zeitkonto kannst du dann gezielt einsetzen, zum Beispiel, um Gutes zu tun. Du wolltest immer schon mal ehrenamtlich im Tierheim mithelfen? Jetzt hast du die Zeit dafür. Du bist ein Mathegenie und möchtest dir durch Nachhilfe etwas dazuverdienen? The time is now. Durch mehr Zeit für Aktivitäten abseits des Internets wird automatisch dein Horizont im real life erweitert. Du wirst mehr real verbrachte Zeit mit deinen Freunden und deiner Familie haben, tust Gutes und bist produktiver.
Die Frage ist jetzt nur noch, wie das mit dem Rauchen-Aufhören und Abnehmen geht.

2019 kannst du es ausprobieren.